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Erinnerungen an Maximilian - Maximum Respekt
Maximum Respekt

Erinnerungen an Maximilian

Hier können jene, die Max kannten, ihre Erinnerungen eintragen.

Kategorien:
Freunde Familie Reisen Schule Freizeit Gedanken

8.08.2005

Florida

Abgelegt unter:  maxismum um 13:08:13

Florida, das Zauberwort 1999.
Miggi hatte das große Glück, mit einer Schulfreundin Ostern 1999 nach Venice Florida reisen zu können.
Sie kam so begeistert zurück, dass wir Alle in den Sommerferien dorthin reisen wollten. Max war voller Vorfreude. 10 Tage vor der Abreise klagte er über Bauchschmerzen. Sehr ungewöhnlich bei ihm, natürlich war wie immer in solchen Fällen, kein Arzt mehr zu erreichen. Wir fuhren also ins evang. Krankenhaus.
Dort stellten sie Max auf den Kopf und fanden nichts. Ich ließ den Ärzten keine Ruhe. Wenn Max sagt er hat große Schmerzen, dann ist da etwas, er jammert sonst nie. Auch sah er kreidebleich aus. Der Arzt war sehr ungeduldig und meinte wohl mehr um uns abzuschrecken: dann müssen wir eine Bauchspieglung machen und sie wissen ja wie gefährlich schon eine Narkose sein kann.
Klar verunsicherte mich das, ich wollte doch das man Max half und nicht das er zu Schaden kommen sollte.
Trotzdem, wir entschlossen uns zur Bauchspieglung. Max wurde vorbereitet. Das fand er ja mal garnicht lustig. Als er im Genitalbereich rasiert werden sollte, mußte sich der Krankenpfleger einiges anhören.
Ich wartete vor dem OP-Saal. Es sollte 30 Min höchstens dauern.
Nach 3 schrecklichen Stunden, in denen ich schon mehr als alle Sünden abgebüßt hatte und voller Selbstvorwürfe war, weil ich auf die OP bestanden hatte, kamen 3 Ärzte auf mich zu, vermumt und sehr ernst.
Schon damals befürchtete ich das Schlimmste - doch wir hatten großes Glück.
Max hatte einen Darmtumor der sich dazu verdreht hatte und zu platzen drohte.
Der Arzt meinte Mutterinstinkt würde er nicht mehr unterschätzen nach dieser schweren OP.
Wäre Max mit dem Tumor geflogen, wäre er wohl im Flugzeug geplatzt und Max wäre gestorben.
Max wollte nach Amerika, er nahm alles in Kauf. Es war sehr heiß und er durfte weder essen noch trinken und nahm furchtbar schnell ab. Er wog bei 170 cm nur noch knapp 48 kg. Er sah schrecklich aus.
Der Abflug rückte näher und Max kämpfte - und wie. Die Ärzte nahmen Kontakte zu einer Klinik in Sarasota auf zur Weiterbehandlung, ich lernte die Wundversorgung. Und Max ertrug alles. Tapfrer Sohn.
Er wurde nach 10 Tagen entlassen, auf eigenen Wunsch, eigentlich sollte er noch2 Wochen dort bleiben.
Er durfte nur Suppen essen und Wasser ohne Kohlensäure trinken, noch eine ganze Woche lang - und das im Land der Fast-Food und leckersten Burger. Nachher sagte er immer, sein erster Burger dort sei der Leckerste der Welt gewesen.
Im Flughafen starrten und Alle an und einer meinte sogar: der fliegt zum Sterben in die USA. So schlecht sah Max aus. Aber er war glücklich, nein, selig. Sein erster Flug! Ich saß neben ihm und er strahlte und staunte. Die Wolkenberge und Formen gefielen ihm, Wir flogen über New York, er war fastziniert.
Alle lief gut in diesem Urlaub. Wir waren dankbar!
Er erholte sich in Windeseile, er durfte nach 1 Woche schwimmen und langsam wieder essen. Für mich war es rückblickend der schönste Urlaub, und auch Max wollte nach dem Abi mit seinen Freunden vielleicht das Haus mieten. Es kam nicht mehr dazu.
Nun, im Juli 2005, zur gleichen Zeit, waren wir wieder dort. Mit Miggi und ihrem Freund Marcel.
Welch ein Schmerz der liebevollen Erinnerung tat sich dort für mich auf. Max fehlte überall, kaum zu ertragen.
Und doch war es schön.
Zwischen den Inseln Captiva und Sanibel gibt es an einer Brücke einen öffentlichen Strand. Wenn ihr den links lange entlangwandert, gibt es eine Stelle, an der bizarre abgestorbene Bäume ins Wasser ragen.
Dort habe ich ein Bild von Max in dem Geäst befestigt, wenigstens sein Bild sollte dort sein. Es ist eine einsame Stelle, nur Seevögel und Schildkröten verirren sich dorthin. Der nächste Hurrikan wird sicher das Bild mit sich forttragen oder eine Welle wird es rauben, das Sichtbare wird vergehen, doch die Liebe wird bleiben und von der Sehnsucht begleitet sein.

29.03.2005

23.3.2005

Abgelegt unter:  maxismum um 10:48:10

Ich habe lange nachgedacht wie und wo ich dies reinschreiben soll.
Happy Birthday ? !
Ja, auch der 23.3. ist ein Geburtstag für Max.
Sein erster in einer neuen Welt, hoffentlich in einer besseren, schöneren Welt. Ich glaube fest daran dass das was Max ausmachte, seine Seele, manchmal noch bei uns ist.
Ich denke, er hat sich genauso über die Besucher und Kerzen und Blumen und Bilder an seiner Gedenkstätte gefreut wie ich.
Was uns dort und hier noch an lieben Taten und Gedanken erreichte war einmalig. Ich möchte allen von euch danken die an Max dachten. Selbst der “Unfallgegener” hat sich gemeldet und an uns und ihn gedacht. Ohne Groll…. danke Herr C. und ihnen und ihrer Freundin auch ein Happy Birthday.
Frau Jannes aus der Schweiz und Birgit M. haben mir wohl das schönste Geschenk gemacht.
Max hatte einen furchtbaren Fahrfehler gemacht. 4 Wochen Führerschein und an diesem Morgen wohl sehr unausgeschlafen , abgelenkt(Bandsalat) und unkonzentriert.
Wie gerne wäre er noch lebend unter uns………………..
Lasst ihn weiter in euren Erinnerungen leben, ich bin sicher, dass eure Gedanken ihn erreichen
Gaby

PS. Viele haben sich gefragt, wie wir diesen Tag verbracht haben.
Das habe ich mich vorher auch gefragt. Wie kann man solch einen Gedenktag der schmerzlichsten Art überleben?
Als der Tag näher rückte, kam auch die Erinnerung immer näher. Schmerzhaft und schön zugleich. Da lebte Max noch vor einem Jahr. Ab dem 23.3. um 9.23 Uhr wird nur noch der Tod in unserem Kopf sein.
In mir hatte sich ein Gedanke festgesetzt: ich muß an diesem Tag, genau zu der Uhrzeit an der Unfallstelle sein.
Diesmal muß ich da sein.
Iris und Georg begleiteten mich, sie waren bestimmt nicht leichten Herzens mitgekommen. Es war nicht einfach.
Der Tag war auch, wie der Todestag von Sonnenstrahlen durchflutet. Wir liefen schwerbepackt mit Pflanzen und Wasser durch den Wald.
An dem Kreuz das Tobi und Marcel errichten haben, pflanzten wir 2 Rosenstöcke und Vergißmeinicht.
Direkt an der Leitplanke wo Max verstorben ist, machten wir nichts, wir wollen nicht schuldig werden wenn ein Autofahrer dort abgelenkt wird.
Die Zeit kam————– das Leid war unermesslich.Die Sehnsucht und Liebe bleiben.
Danach fuhren wir nach Holland ans Meer. Ich bin sicher, das hat Max gefallen. Es war ein herrlicher Sonnentag und die Seele und der Körper hätten sich so richtig erholen können, wenn da nicht dieser Schmerz gewesen wäre.
Bei unserer Rückkehr warteten schöne Anrufe, ein überraschendes Foto und einige am Grab und ein Blumen und Kerzenmeer auf uns.
Danke an alle Menschen die an Max gedacht haben und ihn in ihren Herzen bewahren.

18.03.2005

1. Geburtstag ohne (?) dich…

Abgelegt unter:  maxismum um 1:03:01

Ich sitze hier und warte auf Mitternacht.
Diesmal nicht mit sichtbaren Geschenken - du bist ja auch nicht sichtbar.
Manchmal fühlbar, manchmal durch seltsame Ereignisse so wunderbar nah und doch für alle irdischen Zeiten fern.
Wie wir das jetzt so “machen” sollen ohne das glückliche und so dankbare Geburtstagskind ist mir ein Rätsel, ich weiß es wirklich nicht wie dieser und die noch schwereren Tage vorüberziehen können und wir sind immer noch hier, nur du fehlst.
Ich will hier nicht so rührseelig werden, das fandest du nie gut, aber leider verhindert nichts unsere Sehnsucht und unsere Tränen.
Noch 7 Min….
wußtest du, wie sehr du fehlst?
wie sehr du geliebt wirst,
wie wertvoll du unser leben gemacht hast?
Noch 6 Min…………..
Heute hatte dein Freund Philipp Geburtstag, auch der erste ohne dich, gleich feiert ihr zusammen, alle deine Freunde und deine Schwester werden zusammen sein, ich bin mir sicher, du bist auch dabei.
Noch 4 Min………………………
Oh mein Gott, Max
3………………………..
Max
2……………………….
Max hörst du mich?
1……………………………
Wenn es dir nur gut geht, da wo du jetzt bist

Happy Birthday mein Schatz

Wir sind voller Stolz auf den besten Sohn den wir uns immer gewünscht haben. DICH!

MUM

21.02.2005

Vor 10 Jahren….

Abgelegt unter:  maxismum um 0:11:00

Heute, am 20. Februar vor 10 Jahren, verstarb Maximilians und Miggis Großvater an der unheilbaren Alzheimerkrankheit. Er wurde von der Familie bis zuletzt zu Hause gepflegt.
Meine Mutter - jetzt 89 J. - opferte sich für ihren schwerkranken Mann auf. Ohne die tatkräftige Hilfe ihrer beiden Enkel Ralf und Stefan sowie von allen Anderen wäre es nicht möglich gewesen meinen Vater ein Leben und Sterben in Würde zu schenken.
Es war für mich und meine Familie sehr schwer immer nur mit Worten und so selten mit Taten helfen zu können da wir 250 Km entfernt wohnten und arbeiteten.
Am Tag vor seinem Tod wachte ich eine letzte Nacht bei meinem Vater. Wir konnten uns verabschieden. Das war eine große Gnade. Ich werde diesen bescheidenen, hochintelligenten, klugen Mann und liebevollsten Vater immer mit Liebe in Erinnerung behalten.
Es ist mir ein wenig Trost, dass Max jetzt sicher mit ihm zusammen ist.

20.02.2005

Heute vor einem Jahr…….

Abgelegt unter:  maxismum um 16:35:16

Heute vor einem Jahr war Karnevalsfreitag.
Der Tag an dem du deinen Führerschein machtest. Ein Tag zum feiern …… dachten wir bis zum 23.3.2004 um 9.23 Uhr.
Es war ein schöner fast sonniger Frühlingstag, aber sehr kalt. So kalt wie deine Hände an dem Morgen. Ich spürte wie aufgeregt du warst. Äußerlich warst du sehr COOL. Seit über einem Jahr wartest du auf diesen Tag.
Die Wahl der Fahrschule hattest du alleine mit Freunden getroffen. Im Nachhinein denke ich, es war absolut die Falsche.
Das Führerscheinfoto war schon vor ca. 10 Monaten gemacht worden, das Auto stand seit deinem 18. Geburtstag im März 2003 vor der Haustüre, fertig angemeldet, versichert … - alles war bereit. Nur dieser Führerschein fehlte.
Seltsam fand ich, dass du eigentlich gar nicht an dem Auto herumbastelst oder im Vorhof einparken übtest.
Nein, erst wolltest du den Schein in der Hand halten.
Papa und ich fuhren ab und zu mit dem Auto. Es lief prima, hatte nur eine für mich seltsame Kupplung, irgendetwas war da so blöd daran, das ich immer an den Ampeln abwürgte. ”Na, Max, daran musst du dich erst gewöhnen, das Ding ist nicht so einfach zu fahren,” das hat er mir nachher bestätigt.
Aber heute sollte es endlich soweit sein. Führerscheinprüfung!
Die Fahrstunden waren meist mit riesigen Abständen erteilt worden. Erst zuletzt bekam Max mal 5 Std. in engerem zeitlichen Zusammenhang.
Es hat geklappt!!! Als ich um ca. 14.00 Uhr nach Hause kam, strahlte mir Max in der Haustüre schon entgegen, den Führerschein in der winkenden Hand. Die Sonne strahlte mit Max und mir um die Wette.
Er fuhr sofort zu seinem Freund Micha und nahm den vergessenen Regenschirm mit. Er war soooo stolz.
Wir, die Eltern fuhren an diesem Wochenende in den Schwarzwald zu Verwandten. Max und Miggi wollten bei uns zu Hause Party machen, was sie auch gemacht haben. Wir vertrauten Max völlig. Er würde das Auto nach Alkoholgenuß nicht mehr anfassen, da brauchten wir nicht zu ermahnen. Max war sehr verantwortungsbewußt.
So war es auch, erst am Dienstagabend fuhr er eine kurze Strecke, ca 500m, zum Altglascontainer.
Max steckte mitten im Abi und hatte nicht viel Zeit herumzufahren. Kurze Fahrten zur Schule, ca. 3,5 km - und zu seinen Freunden, das war alles. Bis auf 2 Fahrten nach Oberhausen ins Centro. Einmal mit mir und einmal mit Freunden. es waren reine Stadtfahrten. Bis auf die Rückfahrt mit seinen Freunden vom Centro. Die Freunde wollten über die Autobahn zurück. Max berichtete mir, dass er enorme Schwierigkeiten gehabt habe die Auffahrt zu finden . Er war sehr gestresst und bat mich mit ihm Autobahnfahren zu üben. “Klar, Max sag wann?". Wir kamen nie mehr dazu.
Max hatte in diesen paar Tagen auch noch eine Grippe mit sehr hohem Fieber. Er lag mind.2 Tage echt schlimm im Bett. das war für ihn sehr ungewöhnlich. Er war sehr selten krank, aber wenn ihn was erwischte war es sehr heftig.
Im Nachhinein bin ich für diese Tage sehr dankbar. Ich konnte ihn da noch einmal so richtig umsorgen und pflegen. Ich weiß noch wie dankbar er war, als nach den eiskalten Wadenwickel das Fieber endlich sank.
Er lies sich auch mit Genuß die Brust, den Rücken und den Hals mit Erkältungsbalsam einreiben. In diesen Tagen stand das Auto wieder ohne seinen Besitzer herum. Ich glaube, er hat nur einmal in der Zeit getankt, und auch nur ,weil sein Papa damit nach Bonn gefahren war. Ja, er war sehr fahrunerfahren, das war sein und unser großes Verhängnis.
Max hatte sich ein kleines, preiswertes Auto gewünscht. Heute würde ich ein Anderes kaufen. Es kann gar nicht genug Blech um unsere Kinder herum sein. Wichtig wären auch Airbags und bessere Gurte gewesen. Diesen Vorwurf machen wir uns. Die Gurte waren so ausgeleiert (ca. 14 J. alt), es war echt egal ob man sie anlegte oder nicht. Wir wollten neue Gurte einbauen lassen, hatten das aber vergessen, da keine Citroenwerkstatt in unserer Nähe war. Max fuhr einen kleinen roten Citroen AX. Auch hatte das Auto ein altes Radio mit Kassettenlaufwerk. Um an eine Ersatzkassette in der tiefen Ablage auf der Beifahrerseite zu kommen mußte man sich abschnallen. Das Geld für ein neues Gerät mit CD-Wechsler hatte Max am 18.03.2004 bekommen, an seinem 19.Geburtstag. Nur fehlte es an der Zeit einen zu besorgen ……..
Im Autowrack habe ich später “Bandsalat” vorgefunden!!! Reste eines Tapes flatterten mir entgegen. (Der Wolf)
Er soll nicht angeschnallt gewesen sein?!

der beste Sohn den man sich erträumen und wünschen kann ist auf dem Weg zu den Sternen -
fragt nicht nach der Leere und dem Schmerz den er hinterlies -
Erinnert euch an sein Lachen, seinen brillianten Geist und seine Lebensfreude ……..
Einer - wie Keiner
Nichts ist so wie es einmal war …………………….

17.07.2004

Onkel Manfred

Abgelegt unter:  Ralf um 16:03:16
Manfred Eichberger
Manfred Eichberger
13.3.1941 - 13.3.1971

Maximilian hat seinen Onkel Manfred zwar nicht gekannt, bestimmt aber hat er verschiedene Dinge über ihn gehört.
Onkel Manfred musste uns 14 Jahre vor Max’ Geburt verlassen.

Onkel Manfred war immer gut drauf, ein sehr lebenslustiger und gutmütiger Mensch, der uns Kinder oft erheiterte, indem er Kopfstände vollführte oder auf seinen Händen durch Omas Garten lief.

Ende der 1960er Jahre hat Manfred uns mal im Auto mitgenommen, meine Mutter, meinen Bruder und mich. Er hatte damals einen knallgelben VW Käfer. Ich war etwa 4 oder 5 Jahre alt, saß auf der Rückbank und konnte gerade eben aus dem Fenster schauen; ich erinnere mich noch gut an das laute Aufheulen des rasselnden Boxermotors direkt hinter mir sowie an die Fliehkräfte, denen wir in Kurven ausgesetzt waren, und an den scherzhaften Ausruf meiner Mutter: "Der Onkel Manfred will uns veräppeln!"; Sicherheitsgurte hatte damals nicht jedes Auto, und schon gar nicht auf der Rückbank. Oma sagt noch heute, jedesmal, wenn unten auf der Straße ein Auto mit qietschenden Reifen um die Ecke fuhr, dann wusste sie: Manfred kommt gerade nach hause.

Zusammen mit Tante Gaby hat er mal meinen Bruder und mich ins Kino eingeladen, Anno 1969 oder ‘70, als Disneys "Dschungelbuch" zum ersten Mal in den Kinos lief.

Onkel Manfred wurde genau 30 Jahre alt. Am frühen Morgen des 13. März 1971 - an seinem 30. Geburtstag - ist er mit dem Auto tödlich verunglückt, unter ähnlichen Umständen wie 33 Jahre später sein Neffe Maximilian.

Onkel Manfreds R4

Samstag, der 13.3.1971. Onkel Manfred hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Mainzer Innenstadt seinen 30. Geburtstag gefeiert. Es war der letzte Wintertag mit Eis und Nebel des Jahres 1971, als er frühmorgens gegen 4:55 die Kontrolle über seinen Renault 4 verlor. Es heißt, sei mit sehr hoher Geschwindigkeit angekommen und ins Schlingern geraten, zunächst über den rechten Gehweg gefahren und dann auf die Gegenfahrbahn geraten, wo er frontal mit einem entgegenkommenden Mercedes-Benz zusammeprallte. Manfred wurde aus dem Wagen herausgeschleudert und verstarb auf der Straße. Die Schleuderspur soll 60 Meter lang gewesen sein. Beide Autos wurden total zerstört.

Am Mittwoch fand Manfreds Beisetzung statt. Soldaten in grauer Uniform ließen den hellbraunen Holzsarg in die Erde; auf dem Sarg war die deutsche Flagge mit Bundesadler ausgebreitet, darauf lagen ein großer schwarzer Kranz und eine Maschinenpistole. Eine Bundeswehrkapelle spielte auf Blasinstrumenten langsame Weisen. Bei der Grabrede habe ich erfahren, dass er Feldwebel war. Wir warfen jeder noch eine gelb-rote Blume und eine kleine Schaufel Erde ins Grab und nahmen Abschied von Onkel Manfred. Ich war damals gerade 8 Jahre alt geworden und konnte es einfach nicht fassen, dass Onkel Manfred für immer weg sein sollte; ich habe mich nie damit abgefunden.

Sportwagen-Eigenbau auf VW-Käfer-Basis mit Manfred war drei Wochen vor seinem Tod aus Denver, Colorado zurückgekommen, wo er als Spezialist für Raketenabwehr der Bundesluftwaffe ein Ausbildungsprogramm absolviert hatte. Den alten Renault hatte er nur zur Überbrückung gekauft, bis sein Eigenbau-Sportwagen per Schiff aus den USA kommen würde.

Der Sportwagen wurde wenige Tage nach Onkel Manfreds Tod angeliefert. Auf das Fahrgestell eines Volkswagen Käfers hatte Manfred eine orangenfarbene, flache und enge Kunststoff-Karosserie im Stil der damals populären Gran-Turismo-Wagen montiert. Den Käfer-Motor hatte er in den USA durch einen ebenfalls luftgekühlten, 150 PS starken Sechszylinder-Boxermotor mit Turbolader ersetzt, der aus aus einem Chevrolet Corvair stammte.

Colorado 1970Mit Onkel Manfreds Sportwagen wurde damals leider ein Stück Erinnerung verkauft - so sehr wir Kinder uns auch dagegen gesträubt haben …

Ralf Eichberger

12.07.2004

Was lange Haare so alles ausmachen…

Abgelegt unter:  maxismum um 8:52:08

Eines Tages beschloß Maximilian seine Haare auch lang wachsen zu lassen. Wenigstens einen Zopf sollte man machen können.
Zwei Jahre lang ließ er tapfer seine Haare wachsen, ganz Gleich welche Kommentare die Umwelt auch abgab. Und das waren ziemlich viele und ziemlich doofe Kommentare.
Er pflegte seine Haare wirklich gut. Jeden Tag wurden sie gewaschen und nur die besten Pflegeproduckte durften an seine Haare.
Als er ungefähr 17 Jahre alt war, ließ er sich auch noch einen Bart wachsen und trug seine Überschulterlangen Haare offen.
Er fuhr mit einem üblichen Schulbus nach Hause. Als er aussteigen wollte, war die übliche, nervige Rangelei im Gange. Eine große Menge anderer Schüler wollten einsteigen und Max wollte raus. Zwei Sachen die nicht gleichzeitig gehen, zumindest nicht in einem Schulbus. Es war also eine kleine Rangelei im gange.
Plötzlich ertönte eine Stimme:
“L A ß T J E S U S A U S S T E I G E N !!!”
Eine Gasse tat sich vor Maximilian auf, schweigen auf allen seiten…
Max stieg verwundert aus und die Meute schloß sich hinter ihm und stürmte den Bus.
Zu Hause erzählte er uns die Geschichte und war recht sauer auf diesen “Penner” der das gerufen hatte. Erst als wir sagten: ” Kann es den eigentlich einen schöneren Vergleich , als den mit Jesus geben?”
” Joh, lachte er, da habt ihr recht.”
So war ein neuer Spitzname geboren.

21.06.2004

Eurodisneyland, Paris

Abgelegt unter:  maxismum um 12:05:12

Zu unseren schönsten Erinnerungen gehören die Besuche von Disneyland, Paris.
Bei unserem ersten Besuch, war Max gerade 6 Jahre alt und Miggi 4J. Wir waren mit einem Wohnmobil unterwegs Richtung Venedig.Größte Geheimhaltungsstufe……
Max wachte gerade auf als wir in die Allee einbogen in der man die Hotels und das Schloss sehen konnte.
Seine Augen wurden immer größer, dann riß er seine Schwester aus der Koje und dann ging das Freudengeschrei los. Noch nie waren die beiden so schnell angezogen. Im Park wurden erst einmal Autogramme von allen Figuren gesammelt und alles gefahren was irgentwie ging. So kamen wir “alten” Eltern mal wieder richtig in Schwung. Achterbahnen,Geisterschloß und die verrückten Kaffeetassen, wo mein Mageninhalt dringend ins Freie wollte, sehr zur Belustigung meiner Familie und einiger Parkbesucher. Sämtliche Shows wurden besucht und Disneyland zum Gebutstagswunschort erklärt.
Wir verbrachten ca 5 Geburtstage von Max in Paris. Disney hat unsere Kinder praktisch groß werden sehen.
Übrigens war Maximilian zu seinem letzten Geburtstag auch noch mal in einem Disneyfilm: Die Bärenbrüder
Disneyland war Glück pur. Ganz am Anfang waren die Parkbesucher aus aller Welt auch noch teilweise sehr exotisch bekleitet. Besonders fiel uns damals ein Harem auf ,mit bewaffnetten Wächtern, unzähligen Kindern und Dienerinnen und wunderschön-prächtige Orientalische Damen. Sie waren tiefverschleiert und trugen reichverziehrte Gewänder und……. Birkenstocklatschen. Sehr belustigent!!!! Unsere Hausschuhe!!!!!
Die Besucher waren damals so bunt gekleidet, das wir manchmal nicht wußten, gehören die zum Park oder nicht.
Später war der erste Gang immer zu Space Mountin, ich weiß garnicht wie oft wir damit hochgeschossen wurden.
Allerdins versuchten unsere Kinder und Xenia auch einmal ihr Taschengeld zu erhöhen indem sie aus dem eiskalten Brunnen versuchten das Kleingeld rauszuangeln das die Touristen reinwarfen. Bis wir das bemerkten waren sie schon die Touristenattraktion und die Fotoapperate der Japaner klickten.
Eurodisney mußte einfach 1x im Jahr stattfinden. Es war wunderbar.

18.06.2004

Endlich Wochenende…….

Abgelegt unter:  maxismum um 23:47:23

Freitags Mittags nach der Schule ging stets eine wundersame Wandlung mit Maximilian vor.
In der Woche war er ein gewissenhafter, fleißiger junger Mann der nicht mal ein Bierchen mit seinem Dad trinken wollte. Er war ein richtiges Arbeitstier und büffelte für sein Abi, durch nichts ließ er sich ablenken.
Aber Freitag nach der Schule gings los. Pc- Zocken, mit Freunden telefonieren, verabreden und dann am Abend Feiern wie ein König!!!
Im Sommer war der Wolfsee sein Revier, Soundgarden, Space und wie die Discos alle hießen, er kannte sie alle.
Trotzdem fand er Privatfeiern noch am besten (Kathrin S., in eurem Partykeller feierte er seine ersten tollen Partys). Seine Freunde bedeuteten im Alles.
Er sagte mir immer wo er war und wann er nach Hause kommen wollte - und er hielt sich an seine Absprachen!
Ich hatte deshalb nie Angst um ihn, er war so zuverlässig und ehrlich mir gegenüber. Ich dachte nie daran, das ihm je etwas geschehen könnte. Er war so voller Leben !
Oft trafen wir uns dann mitten in der Nacht im Flur und redeten noch miteinander. Meist wartete in seinem Bett noch seine Schneewittchenkatze auf ihn, die er allerdings immer konsequent nach unten brachte. Erst ein kleiner Katzenkampf und dann wurde geschnurrt und “Fell” lies sich von ihm nach unten tragen. Das hätte mal jemand von uns wagen sollen, Schneewittchen hätte sich wie wild gewehrt.
Jetzt wartet Schneewittchen in der Nacht immer in seinem Zimmer auf ihn und Streuner von Max “Streuner-Lee ” (nach Bruce Lee genannt) unsere wilde Kampfkatze läuft maunzend nach Max suchend durchs Haus. Sie die sich nur von Max und mir anfassen lies, schläft jetzt bei Miggi auf dem Bauch ein.
Am Morgen nach so heftigen Feiern und oft weiten Fußmärschen nach Hause (hättest ruhig mich anrufen können- wußtest du aber auch) mußte Max sich erst mal bis mindestens 13.00 Uhr ausschlafen, dann tönte laute Musik durchs Haus und wir wussten: “Max ist wach”
Jetzt ist es still.
Sehnsucht!
Schmerz!
Liebe!
Mama

12.06.2004

Klassenfahrt 2001

Abgelegt unter:  maxismum um 22:00:22

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4.06.2004

Häschen

Abgelegt unter:  maxismum um 11:09:11

Maximilians ständiger Begleiter war seit der Geburt, ein kleiner Steiffhase den er wirklich Tag und Nacht mit herumschleppte. Wir waren im Rhein Ruhr-Zentrum zum Einkaufsbummel, Max träumte seelig in seinem Sportwagen. Als er aufwachte gings los “Häsi” war weg!!!
Wir suchten stundenlang diesen verflixten Hasen und wurden auch immer verzweifelter.Bei Max kullerten wortlose Tränen und vorwurfsvolle Blicke spornten uns zu weiteren Suchaktionen an. Wir wollten in der Spielzeugabteilung schon heimlich einen neuen kaufen, aber: Dieser Hase war eine Sonderanfertigung!!! Monatelange Bestellung!!!!
Nun folgte der Angriff nach vorne: Lautsprecherdurchsage durch das gesamte Einkaufszentrum.
Belohnung wurde ausgesetzt!
Nach ca. 4-5 Std voller Verzweiflung endlich die Erlösung. Ein Azubi hatte in der Baustoffabtl. (gibt es jetzt da nicht mehr) in einer Plastikröhre das Häschen wiedergefunden. Max muß es wohl im Vorbeischländern vom Wagen aus da reingesteckt haben. Das war eine Wiedersehensfreude!!!! Unbeschreiblich. Ab da durfte “Häschen” nur noch mit Sicherungsleine mit. Der Azubi war auch glücklich, der konnte sich nen bunten Abend machen.
maxismum

3.06.2004

Der Großvater und der Marmorkuchen

Abgelegt unter:  Ralf um 16:35:16

Maximilians Großvater in Mainz, Dr. Robert Eichberger (1910-1995), litt in seinen letzten Jahren an der Alsheimer-Krankheit. Großvater war ein sehr lieber Mann, der es im Leben nicht leicht gehabt hatte. Die Krankheit setzte ihm in seinen letzten Jahren sehr zu. Abgesehen davon, dass er oft Großmutter nicht wiedererkannte ("Sie sind nicht meine Frau, ich habe eine junge Frau!") oder uns andere Verwandte, sah er Max und Miggi auch nicht oft, die ja im 250 km entfernten Mülheim wohnten.

Unsere Großmutter backt einen sehr leckeren Marmorkuchen, den wir alle gerne mögen.
Ich erinnere mich, dass der Großvater Maximilian einmal auf die Finger geschlagen hat, als der Kleine den Kuchen aus dem Hinterzimmer holen wollte; Max lief weinend zu Gaby, während Opa der Oma entrüstet berichtete: “Fremde Kinder stehlen unseren Kuchen!”

Max’ Cousin Ralf