Warning: Creating default object from empty value in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/functions.php on line 334 Erinnerungen an Maximilian - Maximum Respekt » Onkel Manfred
Maximum Respekt

Erinnerungen an Maximilian

Hier k÷nnen jene, die Max kannten, ihre Erinnerungen eintragen.

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17.07.2004

Onkel Manfred

Abgelegt unter:  Ralf um 16:03:16
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Manfred Eichberger
Manfred Eichberger
13.3.1941 - 13.3.1971

Maximilian hat seinen Onkel Manfred zwar nicht gekannt, bestimmt aber hat er verschiedene Dinge ├╝ber ihn geh├Ârt.
Onkel Manfred musste uns 14 Jahre vor Max’ Geburt verlassen.

Onkel Manfred war immer gut drauf, ein sehr lebenslustiger und gutm├╝tiger Mensch, der uns Kinder oft erheiterte, indem er Kopfst├Ąnde vollf├╝hrte oder auf seinen H├Ąnden durch Omas Garten lief.

Ende der 1960er Jahre hat Manfred uns mal im Auto mitgenommen, meine Mutter, meinen Bruder und mich. Er hatte damals einen knallgelben VW K├Ąfer. Ich war etwa 4 oder 5 Jahre alt, sa├č auf der R├╝ckbank und konnte gerade eben aus dem Fenster schauen; ich erinnere mich noch gut an das laute Aufheulen des rasselnden Boxermotors direkt hinter mir sowie an die Fliehkr├Ąfte, denen wir in Kurven ausgesetzt waren, und an den scherzhaften Ausruf meiner Mutter: "Der Onkel Manfred will uns ver├Ąppeln!"; Sicherheitsgurte hatte damals nicht jedes Auto, und schon gar nicht auf der R├╝ckbank. Oma sagt noch heute, jedesmal, wenn unten auf der Stra├če ein Auto mit qietschenden Reifen um die Ecke fuhr, dann wusste sie: Manfred kommt gerade nach hause.

Zusammen mit Tante Gaby hat er mal meinen Bruder und mich ins Kino eingeladen, Anno 1969 oder ‘70, als Disneys "Dschungelbuch" zum ersten Mal in den Kinos lief.

Onkel Manfred wurde genau 30 Jahre alt. Am fr├╝hen Morgen des 13. M├Ąrz 1971 - an seinem 30. Geburtstag - ist er mit dem Auto t├Âdlich verungl├╝ckt, unter ├Ąhnlichen Umst├Ąnden wie 33 Jahre sp├Ąter sein Neffe Maximilian.

Onkel Manfreds R4

Samstag, der 13.3.1971. Onkel Manfred hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Mainzer Innenstadt seinen 30. Geburtstag gefeiert. Es war der letzte Wintertag mit Eis und Nebel des Jahres 1971, als er fr├╝hmorgens gegen 4:55 die Kontrolle ├╝ber seinen Renault 4 verlor. Es hei├čt, sei mit sehr hoher Geschwindigkeit angekommen und ins Schlingern geraten, zun├Ąchst ├╝ber den rechten Gehweg gefahren und dann auf die Gegenfahrbahn geraten, wo er frontal mit einem entgegenkommenden Mercedes-Benz zusammeprallte. Manfred wurde aus dem Wagen herausgeschleudert und verstarb auf der Stra├če. Die Schleuderspur soll 60 Meter lang gewesen sein. Beide Autos wurden total zerst├Ârt.

Am Mittwoch fand Manfreds Beisetzung statt. Soldaten in grauer Uniform lie├čen den hellbraunen Holzsarg in die Erde; auf dem Sarg war die deutsche Flagge mit Bundesadler ausgebreitet, darauf lagen ein gro├čer schwarzer Kranz und eine Maschinenpistole. Eine Bundeswehrkapelle spielte auf Blasinstrumenten langsame Weisen. Bei der Grabrede habe ich erfahren, dass er Feldwebel war. Wir warfen jeder noch eine gelb-rote Blume und eine kleine Schaufel Erde ins Grab und nahmen Abschied von Onkel Manfred. Ich war damals gerade 8 Jahre alt geworden und konnte es einfach nicht fassen, dass Onkel Manfred f├╝r immer weg sein sollte; ich habe mich nie damit abgefunden.

Manfreds Fiberfab Bonanza GT KitcarManfred war drei Wochen vor seinem Tod aus Denver, Colorado zur├╝ckgekommen, wo er als Spezialist f├╝r Raketenabwehr der Bundesluftwaffe ein Ausbildungsprogramm an der Lowry Air Force Base absolviert hatte. Den alten Renault hatte er nur zur ├ťberbr├╝ckung gekauft, bis sein Kit-Car per Schiff aus den USA kommen w├╝rde.

Der Sportwagen wurde wenige Tage nach Onkel Manfreds Tod angeliefert. Auf das Fahrgestell seines Volkswagen K├Ąfers hatte Manfred eine orangenfarbene Kunststoff-Karosserie “Bonanza GT” des Herstellers Fiberfab montiert. Den K├Ąfer-Motor hatte er in den USA durch einen ebenfalls luftgek├╝hlten, 150 PS starken Sechszylinder-Boxermotor mit Turbolader ersetzt, der aus aus einem Chevrolet Corvair stammte.

Colorado 1970Der Bonanza GT war fahrbereit, aber die Elektrik hatte Manfred nicht fertiggestellt; der Wagen wurde etwas sp├Ąter an einen Landmaschinenmechaniker aus Bodenheim verkauft. Mit Onkel Manfreds Auto wurde damals leider ein St├╝ck Erinnerung weggegeben - so sehr wir Kinder uns auch dagegen gestr├Ąubt haben …

Ralf Eichberger

1 Kommentar »

  1. Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 535 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 104 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 490 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 490 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 560 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 562 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 490 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 490 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 490 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/functions-formatting.php on line 76

    Danke Ralf, dass du auch etwas ├╝ber meinen Kleinen-Gro├čen Bruder Manfred schreibst. Ich kann mich leider nur allzugut an seinen Todestag erinnern. Wir waren am Abend noch bei unserem ├Ąltesten Bruder Rudi und seiner Frau Ute eingeladen. Es war ein fr├Âhlicher Abend. Eigentlich wollten wir in Manfreds 30sten Geburtstag hineinfeiern. Aber - alle bis auf Manfred waren gegen 23.00 Uhr sehr m├╝de. Nur er wollte unbedingt noch in eine Bar gehen. Wir haben uns verabschiedet und uns auf seinen Geburtstag gefreut. Es war bitterkalt in dieser Nacht. Georg und ich sind nach Hause gefahren und haben alle Geschenke um Manfreds Bett herum aufgebaut. Er sollte sich gleich freuen wenn er nach Hause kommen w├╝rde.

    Gegen 6.00 morgens Uhr klingelte es Sturm an der Haust├╝re, ich dachte dass Manfred seine Hausschl├╝ssel vergessen h├Ątte und stand auf. Da h├Ârte ich von der Haust├╝re her schweres Atmen und furchtbares St├Âhnen. Mein Vater stand totenbleich im T├╝rrahmen - ich werde nie im Leben dieses Atmen vergessen.

    “Sie m├╝ssen ihn in der Pathologie in der Uni-Klinik identifizieren” h├Ârte ich eine M├Ąnnerstimme sagen. Sofort wu├čte ich: Manfred ist tot.

    Es durfte doch nicht sein, heute ist sein 30ster Geburtstag ……

    Der Albtraum war da.

    Die folgenden Stunden waren bis daher die schlimmsten meines Lebens. Mein geliebter Bruder, wir konnten es nicht glauben. Meine Mutter und mein Vater waren fassungslos. Heute kann ich diesen Schmerz mehr als nachempfinden, ich durchlebe ihn selbst. Als einige Stunden sp├Ąter seine Verlobte aus Denver anrief um ihm zu gratulieren, war ich es, die ihr im schlechten Englisch die schlimme Nachricht ├╝berbringen mu├čte. Sie setzte sich in den n├Ąchsten Flieger und war f├╝r einige Zeit unser Gast.

    Keiner in der Familie wollte es glauben. Ich erinnere mich, wie mein Bruder Dieter richtig b├Âse und w├╝tend wurde, als ich ihn anrief. 33 Jahre sp├Ąter mu├čte ich fast die gleichen Worte zu ihm sagen.

    Manfred war auf der Stra├če, die von der Uni Mainz nach Gonsenheim f├╝hrte, an dem vereisten Bahn├╝bergang, ins Schlingern geraten und dann frontal mit einem Mercedes zusammengeprallt. Der Fahrer des Mercedes hatte einen Armbruch, Manfred wurde aus seinem Wagen geschleudert und verstarb. Remember Max.

    Ich habe bis heute nicht verkraftet, dass pl├Âtzlich keiner mehr Manfred sehen durfte. Er war Geheimnistr├Ąger bei der Bundeswehr, und die verwehrte uns im Krankenhaus den Zutritt zu Manfred. Bis heute ist mir das unverst├Ąndlich. Damals standen wir zu sehr unter Schock um uns zu wehren. So habe ich bis heute gehofft, es sei eine T├Ąuschung, weil er vielleicht eine geheime Mission zu erf├╝llen hatte oder aber untertauchen musste - und habe ├╝ber all die Jahre immer wieder meinen Bruder in der Menge gesucht.

    Deshalb war es mir bei meinem Maximilian auch so wichtig ihn zu sehen, egal wie er ausgesehen h├Ątte. Ich bedanke mich hiermit nocheinmal von ganzem Herzen bei dem Bestattungsunternehmen Spiekermann in M├╝lheim, die uns einen w├╝rdigen Abschied mit einem Bild voller Frieden von Maximilian erm├Âglicht haben. Ein solcher Abschied von Manfred wurde uns nicht gew├Ąhrt.

    Die Beerdigung war ├╝berw├Ąltigend, aber auch qualvoll. Die Bundeswehr hat ihn mit allen Ehren bestattet. Es war eine riesige Menschenmenge gekommen, wie auch bei Maximilian. Georg und ich haben 2 Monate sp├Ąter ganz still standesamtlich geheiratet, 1971. Wir haben gesehen wie rasch alles vorbei sein kann.

    Shirley, Manfreds Verlobte, war eine besonders liebe und sehr beeindruckende Frau. Sie hatte indianische Vorfahren und lebte in Denver, Colorado. Sie hat uns Anfang der 90er Jahre noch einmal besucht.

    Manfred war mein fr├Âhlichster Bruder. Wir verstanden uns gro├čartig. Er ├╝berlie├č mir sogar seinen Karmann-Ghia, als er nach Amerika ging. Einzige Bedingung: Ich mu├čte ihm noch meinen F├╝hrerschein zeigen. Dadurch habe ich in der Rekordzeit von ca. 10 Tagen meinen F├╝hrerschein gemacht.

    Mit Manfred am Karmann Ghia

    Autos waren seine Leidenschaft. Manfred bastelte stundenlang an ihnen herum. Einmal hat er sich in Denver dabei eine Fingerkuppe abgetrennt. Als er damit im Milit├Ąrhospital ankam, traf er auf einen Trupp Schwerkriegsverletzter aus Vietnam. Es sah, wie dringend die ├ärzte daf├╝r gebraucht wurden. Da warf er seine Fingerkuppe weg und lie├č sich den Finger nur vern├Ąhen. Er war sehr hart im Nehmen. Als er noch in Landsberg-Lech stationiert war, brach er sich kurz vor einem Skirennen einen Fu├čzeh. Er quetschte sich dennoch in die Skistiefel - und gewann das Rennen.

    Er war hilfsbereit, fr├Âhlich, tapfer und ein einzigartiger Bruder.
    Er verstarb am 13. M├Ąrz 1971, an seinem 30. Geburtstag.
    Maximilian verstarb am 23.M├Ąrz 2004 , 5 Tage nach seinem 19. Geburtstag.
    Der Autofahrer, mit dem Maximilian zusammenstie├č, hie├č mit Vornamen: MANFRED

    Comment von Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 535 Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /home/zwickl/public_html/max/erinnerungen/wp-includes/kses.php on line 104 Gabriele — 20.07.2004 @ 19:35:19

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