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Erinnerungen an Maximilian - Maximum Respekt » Familie
Maximum Respekt

Erinnerungen an Maximilian

Hier können jene, die Max kannten, ihre Erinnerungen eintragen.

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21.02.2005

Vor 10 Jahren….

Abgelegt unter:  maxismum um 0:11:00

Heute, am 20. Februar vor 10 Jahren, verstarb Maximilians und Miggis Großvater an der unheilbaren Alzheimerkrankheit. Er wurde von der Familie bis zuletzt zu Hause gepflegt.
Meine Mutter - jetzt 89 J. - opferte sich für ihren schwerkranken Mann auf. Ohne die tatkräftige Hilfe ihrer beiden Enkel Ralf und Stefan sowie von allen Anderen wäre es nicht möglich gewesen meinen Vater ein Leben und Sterben in Würde zu schenken.
Es war für mich und meine Familie sehr schwer immer nur mit Worten und so selten mit Taten helfen zu können da wir 250 Km entfernt wohnten und arbeiteten.
Am Tag vor seinem Tod wachte ich eine letzte Nacht bei meinem Vater. Wir konnten uns verabschieden. Das war eine große Gnade. Ich werde diesen bescheidenen, hochintelligenten, klugen Mann und liebevollsten Vater immer mit Liebe in Erinnerung behalten.
Es ist mir ein wenig Trost, dass Max jetzt sicher mit ihm zusammen ist.

17.07.2004

Onkel Manfred

Abgelegt unter:  Ralf um 16:03:16
Manfred Eichberger
Manfred Eichberger
13.3.1941 - 13.3.1971

Maximilian hat seinen Onkel Manfred zwar nicht gekannt, bestimmt aber hat er verschiedene Dinge über ihn gehört.
Onkel Manfred musste uns 14 Jahre vor Max’ Geburt verlassen.

Onkel Manfred war immer gut drauf, ein sehr lebenslustiger und gutmütiger Mensch, der uns Kinder oft erheiterte, indem er Kopfstände vollführte oder auf seinen Händen durch Omas Garten lief.

Ende der 1960er Jahre hat Manfred uns mal im Auto mitgenommen, meine Mutter, meinen Bruder und mich. Er hatte damals einen knallgelben VW Käfer. Ich war etwa 4 oder 5 Jahre alt, saß auf der Rückbank und konnte gerade eben aus dem Fenster schauen; ich erinnere mich noch gut an das laute Aufheulen des rasselnden Boxermotors direkt hinter mir sowie an die Fliehkräfte, denen wir in Kurven ausgesetzt waren, und an den scherzhaften Ausruf meiner Mutter: "Der Onkel Manfred will uns veräppeln!"; Sicherheitsgurte hatte damals nicht jedes Auto, und schon gar nicht auf der Rückbank. Oma sagt noch heute, jedesmal, wenn unten auf der Straße ein Auto mit qietschenden Reifen um die Ecke fuhr, dann wusste sie: Manfred kommt gerade nach hause.

Zusammen mit Tante Gaby hat er mal meinen Bruder und mich ins Kino eingeladen, Anno 1969 oder ‘70, als Disneys "Dschungelbuch" zum ersten Mal in den Kinos lief.

Onkel Manfred wurde genau 30 Jahre alt. Am frühen Morgen des 13. März 1971 - an seinem 30. Geburtstag - ist er mit dem Auto tödlich verunglückt, unter ähnlichen Umständen wie 33 Jahre später sein Neffe Maximilian.

Onkel Manfreds R4

Samstag, der 13.3.1971. Onkel Manfred hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Mainzer Innenstadt seinen 30. Geburtstag gefeiert. Es war der letzte Wintertag mit Eis und Nebel des Jahres 1971, als er frühmorgens gegen 4:55 die Kontrolle über seinen Renault 4 verlor. Es heißt, sei mit sehr hoher Geschwindigkeit angekommen und ins Schlingern geraten, zunächst über den rechten Gehweg gefahren und dann auf die Gegenfahrbahn geraten, wo er frontal mit einem entgegenkommenden Mercedes-Benz zusammeprallte. Manfred wurde aus dem Wagen herausgeschleudert und verstarb auf der Straße. Die Schleuderspur soll 60 Meter lang gewesen sein. Beide Autos wurden total zerstört.

Am Mittwoch fand Manfreds Beisetzung statt. Soldaten in grauer Uniform ließen den hellbraunen Holzsarg in die Erde; auf dem Sarg war die deutsche Flagge mit Bundesadler ausgebreitet, darauf lagen ein großer schwarzer Kranz und eine Maschinenpistole. Eine Bundeswehrkapelle spielte auf Blasinstrumenten langsame Weisen. Bei der Grabrede habe ich erfahren, dass er Feldwebel war. Wir warfen jeder noch eine gelb-rote Blume und eine kleine Schaufel Erde ins Grab und nahmen Abschied von Onkel Manfred. Ich war damals gerade 8 Jahre alt geworden und konnte es einfach nicht fassen, dass Onkel Manfred für immer weg sein sollte; ich habe mich nie damit abgefunden.

Sportwagen-Eigenbau auf VW-Käfer-Basis mit Manfred war drei Wochen vor seinem Tod aus Denver, Colorado zurückgekommen, wo er als Spezialist für Raketenabwehr der Bundesluftwaffe ein Ausbildungsprogramm absolviert hatte. Den alten Renault hatte er nur zur Überbrückung gekauft, bis sein Eigenbau-Sportwagen per Schiff aus den USA kommen würde.

Der Sportwagen wurde wenige Tage nach Onkel Manfreds Tod angeliefert. Auf das Fahrgestell eines Volkswagen Käfers hatte Manfred eine orangenfarbene, flache und enge Kunststoff-Karosserie im Stil der damals populären Gran-Turismo-Wagen montiert. Den Käfer-Motor hatte er in den USA durch einen ebenfalls luftgekühlten, 150 PS starken Sechszylinder-Boxermotor mit Turbolader ersetzt, der aus aus einem Chevrolet Corvair stammte.

Colorado 1970Mit Onkel Manfreds Sportwagen wurde damals leider ein Stück Erinnerung verkauft - so sehr wir Kinder uns auch dagegen gesträubt haben …

Ralf Eichberger

4.06.2004

Häschen

Abgelegt unter:  maxismum um 11:09:11

Maximilians ständiger Begleiter war seit der Geburt, ein kleiner Steiffhase den er wirklich Tag und Nacht mit herumschleppte. Wir waren im Rhein Ruhr-Zentrum zum Einkaufsbummel, Max träumte seelig in seinem Sportwagen. Als er aufwachte gings los “Häsi” war weg!!!
Wir suchten stundenlang diesen verflixten Hasen und wurden auch immer verzweifelter.Bei Max kullerten wortlose Tränen und vorwurfsvolle Blicke spornten uns zu weiteren Suchaktionen an. Wir wollten in der Spielzeugabteilung schon heimlich einen neuen kaufen, aber: Dieser Hase war eine Sonderanfertigung!!! Monatelange Bestellung!!!!
Nun folgte der Angriff nach vorne: Lautsprecherdurchsage durch das gesamte Einkaufszentrum.
Belohnung wurde ausgesetzt!
Nach ca. 4-5 Std voller Verzweiflung endlich die Erlösung. Ein Azubi hatte in der Baustoffabtl. (gibt es jetzt da nicht mehr) in einer Plastikröhre das Häschen wiedergefunden. Max muß es wohl im Vorbeischländern vom Wagen aus da reingesteckt haben. Das war eine Wiedersehensfreude!!!! Unbeschreiblich. Ab da durfte “Häschen” nur noch mit Sicherungsleine mit. Der Azubi war auch glücklich, der konnte sich nen bunten Abend machen.
maxismum

3.06.2004

Der Großvater und der Marmorkuchen

Abgelegt unter:  Ralf um 16:35:16

Maximilians Großvater in Mainz, Dr. Robert Eichberger (1910-1995), litt in seinen letzten Jahren an der Alsheimer-Krankheit. Großvater war ein sehr lieber Mann, der es im Leben nicht leicht gehabt hatte. Die Krankheit setzte ihm in seinen letzten Jahren sehr zu. Abgesehen davon, dass er oft Großmutter nicht wiedererkannte ("Sie sind nicht meine Frau, ich habe eine junge Frau!") oder uns andere Verwandte, sah er Max und Miggi auch nicht oft, die ja im 250 km entfernten Mülheim wohnten.

Unsere Großmutter backt einen sehr leckeren Marmorkuchen, den wir alle gerne mögen.
Ich erinnere mich, dass der Großvater Maximilian einmal auf die Finger geschlagen hat, als der Kleine den Kuchen aus dem Hinterzimmer holen wollte; Max lief weinend zu Gaby, während Opa der Oma entrüstet berichtete: “Fremde Kinder stehlen unseren Kuchen!”

Max’ Cousin Ralf